Das Tagebuch einer Tagungsserie 2022

30. September 2022

Verteidiger gegen Entdecker

Zwei unversöhnliche politische Lager in Deutschland?

Ein inter­dis­zi­pli­nä­res For­schungs­team des Exzel­lenz­clus­ter Reli­gi­on und Poli­tik der Uni­ver­si­tät Müns­ter hat mehr als 5.000 reprä­sen­ta­tiv aus­ge­such­ten Men­schen in Deutsch­land, Frank­reich, Schwe­den und Polen Iden­ti­täts­fra­gen gestellt: Wer fühlt sich durch wen bedroht? Wer sieht sich im jewei­li­gen poli­ti­schen Sys­tem reprä­sen­tiert? Auf die­ser Basis wur­de das Ergeb­nis for­mu­liert, dass sich hin­ter den vie­len gesell­schaft­lich dis­ku­tier­ten Kon­flikt­the­men – ob Gen­der, Zuwan­de­rung, Kli­ma oder Coro­na – ein gemein­sa­mer Iden­ti­täts­kon­flikt zwi­schen
soge­nann­ten “Ver­tei­di­gern” und “Ent­de­ckern” ver­birgt. Die “Ver­tei­di­ger” füh­len sich eher durch ande­re bedroht und gesell­schaft­lich mar­gi­na­li­siert, sie sind unzu­frie­de­ner mit den poli­ti­schen Insti­tu­tio­nen. Die “Ent­de­cker” hin­ge­gen füh­len sich gut reprä­sen­tiert und nicht bedroht, sie ver­trau­en der Demo­kra­tie.

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